Prager Frühling - Magazin für Freiheit und Sozialismus

Neue Linke: Alles beim Alten?

Prager Frühling 01

Die Ausgabe 01 des Magazins prager frühling steht unter dem Schwerpunkt "Refound: NeuBegründung".

Normalerweise werden wir die Artikel jenseits einer kleinen Auswahl erst dann online stellen, wenn die Folgeausgabe erscheint. Nun machen wir aber direkt zu Beginn eine Ausnahme. Der Vorrat der Printausgabe hat sich nämlich mittlerweile erschöpft. Uns freut das! Wer hätte nämlich gedacht, dass der prager frühling so gut ankommt?!

Es tut uns aber auch sehr leid, wenn nicht alle ein Heft der ersten Ausgabe ergattern konnten. Wir empfehlen deshalb: Abos abschließen! So verpasst man nichts und wir können nebenbei die Auflage besser kalkulieren.

Lesen, Sehen, Hören

Crossover mit bestickten Turnschuhen
Über den musikalischen Mainstream der 90er
Dass die Streber von Metallica bei der großen Tour mit Guns `N Roses im Jahre 1993 beim Publikum besser abschneiden als die Truppe von Sänger Axl Rose, ist kein Wunder. Brav spielen sie jeden Abend ihre Hits vom legendären „schwarzen Album“ und die Endlosfrickelnummern aus der Zeit davor. Während dessen liegen die Gunners vollgedröhnt hinter der Bühne. Der Höhepunkt im Wanderzirkus der „Monsters of Rock“ ereignet sich dann bei einem Konzert in St.Louis: Sänger Axl Rose springt mit seinen schicken Basketballschuhen, deren Laschen sein in rosa gestickter Vorname Axl schmückt, von der Bühne. Text lesen
Von Kolja Möller
selbstbewusst lesbisch
L-MAG, Deutschlands einzige Zeitschrift für Lesben, stellt sich vor
L-MAG ist derzeit das einzige Magazin für Lesben, das in ganz Deutschland und darüber hinaus in Österreich und der Schweiz erscheint. Mit ca. 8.000 Abonnentinnen und insgesamt über 12.000 verkauften Heften ist dieses einmalige Zeitschriftenprojekt in seinem fünften Erscheinungsjahr nunmehr auch kostendeckend. Text lesen
Von Manuela Kay
krank stirbt sich’s besser
DER Kommentar zum Thema Gesundheitswesen von DEM Schaarschmidt
„Nein“, hatte der Vater gesagt, „es gibt keine Hexen, Riesen und Geister, dies alles sind Märchen- und Fabelwesen“. Für eine Weile war ich durch diesen Bescheid ruhig gestellt und lebte geborgen im Reich der durchschnittlichen kindlichen Fantasie. Was jedoch musste ich eines Abends einem elterlichen Gespräch am Tischlein-deck-Dich entnehmen: Die nette Frau Leonhardt aus dem Nachbarhaus arbeite als Sekretärin beim Gesundheitswesen! Text lesen
Von Uwe Schaarschmidt
faster, pussycat!
Trashy film revisited
Wir schreiben das Jahr 1966. Frauen im Kino sind brav und sorgen sich um Männer, die nicht anrufen oder nicht nach Hause kommen. Zu diesem Zeitpunkt dreht eine kleine Crew in der Mojave Wüste hinter Las Vegas einen Film über prügelnde und mordende Frauen, die schnelle Autos fahren und sich nehmen, was sie brauchen. Der Film heißt zunächst „The Leather Girls“ und erhält später den legendären Titel: „Faster, Pussycat! Kill! Kill!“ Text lesen
Von Christoph Spehr
teilzeit für alle
Zu Frigga Haugs Buch „Die Vier-in-einem-Perspektive - Politik von Frauen für eine neue Linke“
„Es ist an der Zeit [...] aus den falschen Alternativen, die Politik lähmen und langweilig machen, herauszukommen und die Fragen anders zu stellen“ schreibt Frigga Haug im Vorwort ihres Buches. Mit der „Vier-in-einem-Perspektive“ stellt sie einen Entwurf für eine andere linke Politik vor. Text lesen
Von Cornelia Möhring
die wiederentdeckung der langsamkeit
Über Milan Kunderas Buch Die Langsamkeit und den Entschleunigungsdiskurs
Entschleunigung – die Rechtschreibprüfung meines Laptops erkennt diesen Begriff immer noch nicht. In alternativen Kreisen hingegen ist dieses Thema spätestens durch das Buch „Entschleunigung – Abschied vom Turbokapitalismus“ von Fritz Reheis bestens bekannt. In unserer schnelllebigen Zeit ist jedoch auch dieses Thema nicht davor gefeit, in Vergessenheit zu geraten. Doch diese Debatte ist alles andere als inaktuell. Text lesen
Von Katja Kipping
wir nennen es linken neoliberalismus.
Ein kritischer Blick auf die digitale Bohème
Seit einiger Zeit geistert eine Spezies durch die Feuilletons, die als neue Avantgarde der Arbeitsgesellschaft gilt: die digitale Bohème. In dem 2006 erschienen Buch „Wir nennen es Arbeit“ porträtieren Holm Friebe und Sascha Lobo jene Menschen, die mit ihrem Laptop als einzigem Produktionsmittel in den Cafés sitzen. Sie wollen so arbeiten, wie sie leben – ohne Wecker, ohne Hierarchien und Vorschriften. Text lesen
Von Christiane Graf und Thomas Lohmeier
Moderne Proletarier?
Zur Studie „Die neuen ArbeitnehmerInnen“
Methodisch baut das Buch "Die neuen Arbeitnehmer – Zunehmende Kompetenzen, wachsende Unsicherheit" auf einer älteren Untersuchung auf. Schon in der 2001 erschienen Studie "Soziale Milieus im gesellschaftlichen Strukturwandel" war eine der Kernthesen Michael Vesters und Peter von Oertzens, dass "die neuen sozialen Milieus der Ausdruck nicht einer Auflösung, sondern einer Modernisierung der Arbeitnehmermilieus sind". Text lesen
Von Stefan Janson
ein geist geht um
Boltanski und Chiapello zu Künstler- und Sozialkritik
Luc Boltanski und Ève Chiapello versuchen in ihrer Untersuchung „Der neue Geist des Kapitalismus“ alte Wege der Kapitalismusanalyse zu verlassen und den Wandel des Kapitalismus von den sechziger Jahren bis zur Mitte der neunziger Jahre zu bestimmen. Das erfrischend Andere in ihrem Ansatz ist, normative Diskurse nicht auf Ideologie oder Macht zu reduzieren, sondern deren Eigenständigkeit anzuerkennen. Text lesen
Von Dominik Düber
sex and the city
Die prager frühling Redaktion im Selbsttest
Als ich die Redaktion in Katjas Küche vorfand, ahnte ich es gleich: Es wird in Arbeit ausarten. Jörg nimmt bei Norbert Nachhilfe im Binden seiner ersten Krawatte und in der Performance anzugorientierter Männlichkeit. Kolja ist noch mit den Omelettes beschäftigt, schließlich soll keiner hungrig in den Selbsttest. Katja ist noch ganz in ihre Kamera vertieft. Und kaum hat Lena uns endlich alle vor dem Bildschirm versammelt, werden wir gleich mit „Hypothesen“ überfordert. Text lesen
Von Caren Lay
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Foto: Norbert Schepers
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