Prager Frühling - Magazin für Freiheit und Sozialismus

Affentanz um Nahost

Nichts sehen, nichts hören, laut brüllen — geht die Linke über den Jordan?

Ach diese Linken! Sie wissen genau, wie es Frieden zwischen Ramallah und Tel Aviv geben kann und sie brüllen es heraus – in Düsseldorf und Frankfurt. Während die Einen schreien: „Straßenschlacht in Ramallah, die Panzer sind die Antifa“, brüllen die Anderen: „Intifada bis zum Sieg.“

Statt dem Motto: „Nichts sehen, nichts hören, laut brüllen“ zu folgen, lässt *prager frühling die leisen Stimmen zu Wort kommen.


Inhaltsverzeichnis
gretchenfrage
Wie hältst du’s mit Israel?
ich weiß, in welchem land ich lebe …
Gespräch mit Andrej Hermlin
An dieser Stelle wollten wir zwei gegensätzliche Positionen ins Gespräch bringen. Statt übereinander sollte miteinander geredet werden. Als Diskutanten hatten wir Stefan Hermlin, LINKSPARTEI-Mitglied und Swing-Musiker und die Menschenrechtspolitische Sprecherin der LINKSFRAKTION im Bundestag, Annette Groth, eingeladen. Andrej Hermlin hatte in einem Interview mit der Jüdischen Allgemeinen von einer „feigen Spielart des linken Antisemitismus“ gesprochen, die „antisemitische Positionen als legitime Kritik an Israel zu verkaufen“ suche. Annette Groth nahm im vergangenen Jahre an der Gaza-Flottille teil und spricht sich nicht grundsätzlich gegen den Boykott von Produkten aus Israel bzw. den besetzten Gebieten aus ... Text lesen
Von Lena Kreck und Stefan Gerbing
peace is not a four-letter-word
Redaktionsthesen: Antisemitismus, Nahostkonflikt und die deutschen Linke
Antisemitismus ist die Feindschaft gegenüber Jüdinnen und Juden. Er sieht in der Existenz der Juden, ob religiös, kulturell, biologisch oder geografisch begründet, die Ursache von gesellschaftlichen Problemen. Als Weltbild mit Welterklärungsanspruch lässt sich Antisemitismus aber nicht auf die Diskriminierung von jüdischen Menschen beschränken. Antisemitismus ist wandlungsfähig ... Text lesen
blicke in den abgrund
wer schweigt, ist vielleicht nur unsicher
Kommentar zum Problem der linken Überidentifikation
Die Antisemitismus-Linkspartei-Debatte hatte sich schon beruhigt, da legte Samuel Salzborn in der Jungle World (Nr. 30/2011) nach: „Wer schweigt, stimmt zu.“ Das ist falsch. Die Ausgabe machte wieder einmal mit einem witzigen Titelblatt auf („Zwei Parteien-Lösung vor dem Durchbruch“). Doch im Innern verteidigte Samuel Salzborn, ein Verfasser der Studie, in der der Linken ein konsensualer antizionistischer Antisemitismus vorgeworfen wird, mit allem Ernst seine Positionen ... Text lesen
Von Peter Ullrich
was der nahostkonflikt aus deutschland nicht braucht
Replik auf Peter Ullrich
Kein internationaler Konflikt emotionalisiert so wie der Nahostkonflikt. Das ist gut, weil es unsere Aufmerksamkeit wach hält. Es ist schlecht, weil Emotionen häufig den Blick auf mögliche Lösungen verstellen ... Text lesen
Von Kathrin Vogler
wer schweigt, weicht aus
Replik auf Peter Ullrich
Viel Kritik erfuhren die Autoren Samuel Salzborn und Sebastian Voigt für ihre Studie „Antisemiten als Koalitionspartner“. Salzborn kritisiert nun in einem Artikel in der Jungle World die Argumentationsebenen der Kritiker_innen und unterstellt „Wer schweigt, stimmt zu“ ... Text lesen
Von Katharina König
für marx21!
Neues aus dem Linkenstadl
Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen kann nach hinten losgehen. Deshalb holt Karl Marx im „Manifest der Kommunistischen Partei“ zum Rundumschlag gegen andere linke Strömungen seiner Zeit aus ... Text lesen
Von Kolja Möller
fragen an sender jerewan
Antisemitismusvorwurf und Nahostkonflikt
Antisemitismus im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt wird in Teilen der LINKEN nach dem Prinzip von alten Ostblock-Witzen verhandelt: „Frage an Sender Jerewan: Ist die Partei gegen Antisemitismus? Im Prinzip ja, solange man ihn nicht definieren muss.“ Text lesen
Von Stefan Gerbing
beliebte vorurteile in der antisemitismusdebatte
prager frühling widerlegt
Von Redaktion prager frühling
für ein neues zeitregime!
Irrwege und Auswege im zeitgenössischen Feminismus
Öffentlich sichtbar sind gegenwärtig Fragen der Geschlechtergerechtigkeit vor allem dadurch, dass erfolgreiche Frauen auf Blockaden stoßen. Sei es auf die Männerbünde in den Vorständen der DAX-Konzerne oder auf Probleme in der Vereinbarung von Karriere und Kindererziehung. Um diese Problemlagen entstehen in den Medien Role-Models, also Vorbilder, die sich seit einigen Jahren im Feuilleton im Begriff der Alpha-Mädchen kristallisieren ... Text lesen
Von Katja Kipping und Kolja Möller
trennungszeit
Israelische und internationale Linke sollten sich eine Auszeit gönnen
Ein Merkmal der Berichterstattung über die israelischen J14-Sozialproteste im Sommer dieses Jahres waren die langen Gesichter bei vielen Friedensaktivist_innen: „Aber … aber … aber … ihr redet ja gar nicht über die Besatzung“, beschwerten sie sich bei den demonstrierenden Israelis. Die Proteste wurden immer größer und die internationalen Aktivist_innen immer bitterer ... Text lesen
Von Yossi Gurvitz
ein mann seiner zeit
Vom nicht-feministischen Abendroth dem feministischen Morgenrot entgegen
„Wolfgang Abendroth war ein Mann seiner Zeit.“ – Dies ist wohl eine der charmanteren Antworten, fragt man nach dem feministischen Gehalt von Abendroths Denken ... Text lesen
Von Lena Kreck
syntagma, puerta del sol, tottenham
Autoritäre Wende und Gespenster des Politischen in Europa
Der Syntagma-Platz in Athen, die Puerta del Sol in Madrid und der Stadtteil Tottenham in London stehen emblematisch für eine Renaissance der Kämpfe in Europa. Besetzung, Protest, Aufstand — die Gespenster des Politischen scheinen erneut die europäische Bühne betreten zu haben ... Text lesen
Von Lukas Oberndorfer
new deal für europa
Linke Intervention in Krisenzeiten
Von Andreas Hallbauer
zwei Schritte nach vorne
Die griechische Linke auf dem Syntagma-Platz
Seit dem vergangenen Jahr wurde Griechenland zum PIG-Staat (zu einem von den sechs OECD-Mitglieder mit den größten finanziellen Problemen) deklariert. Tatsächlich ist es nicht nur das ökonomische Paradigma der EU, sondern auch das Eingreifen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und die harten Sparmaßnahmen ohne jeden Sozialdialog, die in Griechenland getestet werden. Text lesen
Von Elena Papadopoulos
kaltland
Ein Sammelband (nicht nur) zum 20. Jahrestag der Angriffe in Hoyerswerda
„In den Jahren 2009 und 2010 taumelten Schriftsteller, Künstler, Kommentatoren und Fernsehteams fast geschlossen zwischen 20-Jahre-Mauerfall-Partys und 20-Jahre-Wiedervereinigung-Partys herum, um der „Friedlichen Revolution“ zu gedenken und all der rosa getünchten Rathäuser, Spaßbäder und neuen Autobahnen, die seither Helmut Kohls „blühende Landschaften“ darstellen. Dabei geriet plangemäß in Vergessenheit, dass mit dem Ausruf „Wir sind das Volk!“ (aus dem schon bald „Wir sind ein Volk!“ werden sollte) eine im Nachkriegsdeutschland beispiellose völkische Massenbewegung losgetreten wurde ... Text lesen
Von Lena Kreck
Schöne junge Welt
Auszug aus: Kaltland: Eine Sammlung, Rotbuch 2011, 14,95 Euro
Die Junge Welt der Nachwendezeit war Eigentum und Herzstück einer Westberliner Mediengruppe, wozu neben dem Verlag Elefanten Press auch die Tribüne-Druckerei am Treptower Park gehörte, die Wochenzeitung Der Freitag wie auch die Satirezeitschrift Titanic. Die Chefin des Konsortiums, Maruta Schmidt, hatte ihre Teilhaber, so erzählte man sich, bei irgendwelchen K-Gruppen kennengelernt, womöglich war es auch in der DKP gewesen – und vielleicht sogar auf einem Plenum. Egal. Auf jeden Fall sind (Ex-)Kommunisten in der Praxis oft genug die schlimmeren Kapitalisten ... Text lesen
Von Karsten Krampitz
nicht nur ein thema für nerds
Ansgar Oberholz über Netzpolitik, die Arbeitswelt und das Grundeinkommen
Wir treffen Ansgar Oberholz vor seinem Café St. Oberholz, wo schon viele Gäste hinter aufgeklappten Laptops bei einem Heißgetränk sitzen. Das Interview führen wir dann allerdings doch in der Hotellounge gegenüber. Von dort aus hat man auch einen wunderschönen Blick auf die Markisen des St. Oberholz, die nicht nur retro aussehen, sondern tatsächlich aus Vorwendezeiten stammen, und auf die für das Oberholz typischen Sprüche, wie „Das Leben ist kein Ponyhof. Text lesen
Nicht sehen, nichts hören, laut brüllen!
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